Chirurgisches Instrumental

Chirurgisches Instrumental umfasst die Handinstrumente, mit denen in Klinik und Praxis geschnitten, gefasst, geklemmt und genäht wird — von der kleinen ambulanten Wundversorgung bis zum Eingriff im OP. Die Instrumente sind keine Universalwerkzeuge: Jedes ist auf eine bestimmte Aufgabe, einen Gewebetyp oder eine Zugangssituation abgestimmt.

Ordnen lässt sich das Instrumentarium am einfachsten nach seiner Funktion im Eingriff: Schneiden, Fassen und Halten sowie Nähen. Ein zweiter, ebenso wichtiger Gesichtspunkt ist die Frage, ob ein Instrument wiederverwendbar oder für den Einmalgebrauch bestimmt ist. An diesen beiden Achsen orientieren sich die folgenden Abschnitte.

Schneiden: Skalpelle und chirurgische Scheren

Zum Durchtrennen von Haut und Gewebe dienen Skalpelle und Scheren. Das Skalpell besteht meist aus einem wiederverwendbaren Griff und einer sterilen Wechselklinge, deren Form sich nach Schnittlänge und Gewebeart richtet. Chirurgische Scheren gibt es in zahlreichen Ausführungen für unterschiedliche Aufgaben: feine Modelle für empfindliches Gewebe, kräftigere für Faszien, sowie abgewinkelte Verbandscheren zum sicheren Durchtrennen von Verbänden ohne Verletzung des Patienten.

Fassen und Halten: Pinzetten, Klemmen und Zangen

Zum Greifen, Fixieren und Präparieren dient die zweite große Instrumentengruppe. Pinzetten unterscheidet man grob in anatomische Pinzetten mit gerillten Branchen für schonendes Fassen und chirurgische Pinzetten mit Häkchen für sicheren Halt festeren Gewebes. Klemmen und Zangen fixieren Gewebe oder Gefäße und halten das Operationsfeld frei; sie sind mit einer Sperre versehen, die den Druck ohne dauerhaften Kraftaufwand hält. Die Wahl des Instruments richtet sich nach Gewebeart und Empfindlichkeit.

Nähen: Nadelhalter

Für das Setzen von Nähten kommen Nadelhalter zum Einsatz, die die chirurgische Nadel sicher fassen und führen. Modelle mit Hartmetalleinsatz bieten eine besonders widerstandsfähige Zahnung und eine längere Lebensdauer. Die Auswahl hängt von Nadelstärke, Nahtmaterial und Gewebetiefe ab.

Mehrweg oder Einweg: Aufbereitung und Hygiene

Neben der Funktion entscheidet die Frage nach Wiederverwendbarkeit über die Auswahl. Mehrweginstrumente aus rostfreiem Edelstahl werden nach jedem Gebrauch aufbereitet — gereinigt, kontrolliert und sterilisiert — und sind über viele Zyklen einsetzbar. Einweginstrumente entfallen dieser Aufwand, dafür stehen sie ohne Aufbereitung sofort steril zur Verfügung und vermeiden das Risiko einer Kreuzkontamination. Für Mehrweginstrumente ist die sachgemäße Aufbereitung Voraussetzung für dauerhafte Funktionsfähigkeit und hygienische Sicherheit; die dafür nötige Reinigung und Sterilisation wird im Bereich Sterilisation abgedeckt.

Innerhalb des Bereichs Medizinisches Material grenzt das chirurgische Instrumental an weitere Bereiche an: sofort einsatzbereite Artikel finden sich unter Medizinische Einwegprodukte, und für Untersuchung und Befundung ergänzen die Medizinische Diagnosegeräte das Instrumentarium.

Häufige Fragen zu chirurgischem Instrumental

Was ist der Unterschied zwischen anatomischer und chirurgischer Pinzette?

Eine anatomische Pinzette hat gerillte, stumpfe Branchen und fasst Gewebe schonend, ohne es zu durchdringen. Eine chirurgische Pinzette besitzt an der Spitze kleine ineinandergreifende Häkchen, die festeren Halt an strafferem Gewebe geben. Die anatomische Variante wird für empfindliches Gewebe bevorzugt, die chirurgische für sicheres Greifen etwa bei der Naht.

Was bedeutet Mehrweg- und Einweginstrument?

Mehrweginstrumente aus Edelstahl werden nach dem Gebrauch aufbereitet — gereinigt, geprüft und sterilisiert — und lassen sich über viele Zyklen wiederverwenden. Einweginstrumente sind für den einmaligen Gebrauch bestimmt, stehen sofort steril zur Verfügung und entfallen der Aufbereitung. Die Wahl hängt von Hygieneanforderung, Nutzungshäufigkeit und Arbeitsablauf ab.

Sind die Instrumente sterilisierbar und autoklavierbar?

Mehrweginstrumente aus rostfreiem Edelstahl sind in der Regel autoklavierbar und für den Sterilisationskreislauf ausgelegt. Vor jeder Wiederverwendung sollten sie auf Korrosion, Verformung und Funktionsfähigkeit der Gelenke geprüft werden. Einweginstrumente werden dagegen nach Gebrauch fachgerecht entsorgt und nicht aufbereitet.

Drücken, um das Karussell zu überspringen

Artikel 2548 von 244