Sterilisation

Die Sterilisation macht Instrumente und Medizinprodukte keimfrei und ist damit ein zentraler Schritt in der Aufbereitung wiederverwendbarer Instrumente. Dieser Bereich umfasst die Geräte, mit denen sterilisiert wird — allen voran den Autoklaven — sowie das Zubehör zur Verpackung, Kennzeichnung und Kontrolle des Sterilisationsergebnisses.

Wer eine Sterilisation einrichtet, steht vor drei Fragen: mit welchem Gerät sterilisiert wird, wie das Sterilgut verpackt und gekennzeichnet wird und wie das Ergebnis überprüft wird. An diesen Punkten orientieren sich die folgenden Abschnitte.

Autoklaven: Sterilisation mit Dampf

Das meistgenutzte Verfahren zur Aufbereitung von Medizinprodukten ist die Dampfsterilisation im Autoklaven. Dabei wird gesättigter Wasserdampf unter Druck erzeugt, der die Instrumente erhitzt und anhaftende Keime und Sporen abtötet. Der Ablauf durchläuft mehrere Phasen — Entlüftung, Aufheizen, Sterilisieren, Trocknen und Belüften — an deren Ende das Sterilgut trocken und keimfrei entnommen werden kann. Neben der Dampfsterilisation gibt es weitere Verfahren wie die Heißluftsterilisation, die für bestimmte Materialien eingesetzt wird.

Autoklaven sind in unterschiedlichen Kammergrößen erhältlich, vom kompakten Tischgerät für die kleine Praxis bis zum größeren Gerät für höheres Aufbereitungsvolumen. Für den Betrieb wird aufbereitetes Wasser benötigt, das ein Wasser-Destilliergerät bereitstellt.

Autoklav-Klassen: N, S und B im Unterschied

Autoklaven werden nach ihrer Leistungsfähigkeit in drei Klassen eingeteilt, die sich danach unterscheiden, welches Sterilisiergut sie sicher aufbereiten können. Die Wahl richtet sich nach Art und Komplexität der Instrumente.

Die Klasse N ist für unverpacktes, massives Sterilisiergut ausgelegt und kommt vor allem in Labor und Industrie vor, in der Praxis dagegen seltener. Die Klasse S eignet sich für verpackte Instrumente, poröse Güter und einfache Hohlkörper wie Scheren oder Klemmen und stellt für kleinere Praxen mit begrenztem Aufbereitungsbedarf eine Option dar. Die Klasse B ist die leistungsfähigste Variante: Sie bereitet dank fraktioniertem Vakuumverfahren nahezu jedes Sterilisiergut auf — verpackt oder unverpackt, porös, massiv und auch englumige Hohlkörperinstrumente — und ist die bevorzugte Wahl in Praxen mit hohem hygienischem Anspruch.

Kontrolle: Indikatoren und Sterilisationstest

Damit ein Sterilisationsergebnis nachvollziehbar bleibt, wird der Prozess überwacht. Chemische Indikatoren zeigen an, ob das Sterilgut den Prozess durchlaufen hat, während biologische Indikatoren und der Sporentest die Abtötung von Mikroorganismen belegen. Für die Prüfung der Dampfdurchdringung bei Hohlkörpern dient ein spezieller Testkörper. Diese Kontrollmittel gehören zum dokumentierten Ablauf einer Sterilisation.

Verpackung und Kennzeichnung des Sterilguts

Vor der Sterilisation wird das Instrument verpackt, damit es nach der Aufbereitung keimfrei bleibt. Einschweißgeräte versiegeln die Instrumente in Klarsichtbeutel oder Folie, und ein Etikettierer kennzeichnet die Verpackung mit den nötigen Angaben zur Rückverfolgbarkeit. Für die Lagerung und den Transport nehmen Sterilisationsbehälter und -container das Sterilgut auf.

Innerhalb des Bereichs Medizinisches Material steht die Sterilisation am Ende der Instrumentenaufbereitung: die aufzubereitenden Instrumente finden sich unter Chirurgisches Instrumental, während sich der Aufbereitung durch den Einsatz von Medizinische Einwegprodukte teilweise vermeiden lässt. Auch wiederverwendbare Medizinische Diagnosegeräte durchlaufen je nach Anwendung die Aufbereitung.

Häufige Fragen zur Sterilisation

Was ist der Unterschied zwischen den Autoklav-Klassen N, S und B?

Die drei Klassen unterscheiden sich danach, welches Sterilisiergut sie sicher aufbereiten. Klasse N ist für unverpacktes, massives Gut geeignet und vor allem im Labor verbreitet. Klasse S bereitet verpackte Instrumente und einfache Hohlkörper auf. Klasse B ist die leistungsfähigste Variante und bereitet dank fraktioniertem Vakuum nahezu jedes Sterilisiergut auf, einschließlich verpackter und englumiger Hohlkörperinstrumente.

Welches Sterilisationsverfahren wird in der Praxis am häufigsten verwendet?

Am häufigsten kommt die Dampfsterilisation im Autoklaven zum Einsatz. Gesättigter Wasserdampf unter Druck erhitzt das Sterilgut und tötet Keime und Sporen ab. Für bestimmte Materialien gibt es daneben andere Verfahren wie die Heißluftsterilisation. Welches Verfahren geeignet ist, hängt vom Sterilisiergut ab.

Wie wird das Sterilisationsergebnis überprüft?

Das Ergebnis wird mit Indikatoren und Tests überwacht. Chemische Indikatoren zeigen an, dass das Sterilgut den Prozess durchlaufen hat, biologische Indikatoren und der Sporentest belegen die Abtötung von Mikroorganismen, und ein Testkörper prüft die Dampfdurchdringung bei Hohlkörpern. So bleibt die Aufbereitung nachvollziehbar dokumentiert.

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